60.000km – AUSTRALIEN

koala-mit-jungtier-dscn9496Unsere Reiseeindrücke spiegeln sich nicht nur wider in den zahlreichen Blogs, die wir von unterwegs geschrieben haben, nicht nur in dem Buch, welches im Frühjahr 2017 erscheinen wird. Sondern, wer unsere Australienrundfahrt noch einmal miterleben möchte, der besuche uns doch zu einem oder mehreren der fünf verschiedenen DiaVorträge. kaenguru-dscn1607

Hier ihre Titel:

AUS 1 – Der Grüne Smaragd Australiens – TASMANIEN. 

AUS 2 – Vom Urwald ins Outback – Australiens Süden

krokodil-img_20160510_105541AUS 3 – In den Tropischen Norden – Australiens Ostküste

AUS 4  – Kein Krokodil Kann Klettern – Australiens Norden

AUS 5 – Durchlöcherte Einsamkeit – Australiens Westen

emu-dscn0230Wann und Wo wir unsere Reiseberichte / Diavorträge (nicht nur über Australien) präsentieren, steht auf dieser Website unter Termine.

Vielleicht treffen wir uns  ja mal auf einer unserer Veranstaltungen.

Bis dann

K&K 82 – Juwelen zum Finale

Der letzte Tourenabschnitt liegt vor uns. Rund 350km verbleiben noch von Augusta am Cape Leeuwien bis nach Perth / Fremantle, von wo aus unser Wohnmobil  rückverschifft wird nach Deutschland. Auch diese finale Teilstrecke ist noch einmal gespickt mit touristischen Juwelen.

Jewel Cave
Jewel Cave

Auf den ersten Besichtigungsedelstein treffen wir gleich etwas nördlich von Augusta, auf der Cave Road. Damit ist das Stichwort gegeben. In der Region gibt es mehrere Höhlen zu besichtigen. Entlang der Cave Route durch die Margaret River Region öffnen sie dem Besucher ihre  Höhlenzugänge, die Ngilgi Cave, die Mammouth Cave, die Lake Cave und die Jewel Cave.

Die letztere, die Juwelenhöhle, gilt als größte in Westaustralien. Rund 600 Stufen sind treppauf treppab zu bewältigen, um sich diesem optischen Wunderland hingeben zu können. Eine 90-minütige Höhlentour führt vorbei an riesigen Stalagniten, an Sandsteinvorhängen, an Felsformationen, die aussehen wie Orgelpfeifen oder wie ein gefrorener Wasserfall. Geschickte Ausleuchtung unterstützt den Eindruck einer verwunschenen Welt. Vorbei führt der Höhlenmarsch weiter am steinernen „Korallenriff“ mit Unterwasserimpressionen. Die Höhle selbst soll einige Millionen Jahre alt sein. Entdeckt wurde sie allerdings erst in den 1950ger Jahren.

Busselton - Underwater Observatory
Busselton – Underwater Observatory

Die Margaret River Region strotzt nur so vor Weingütern. Die „Höhlenstraße“  könnte ebenso gut „Weinstraße“ genannt werden. Dieser Weintourismus läuft schließlich konzentrisch im Ort Margaret River zusammen.

Bunbury
Bunbury

Als Endpunkt der „Cave Road“ gilt der kleine Ort Dunsborough. 15km nördlich vom Ortskern treffen wir auf das Pendant zum Cape Leeuwien, das mit ebenfalls strahlend weißem Leuchtturm bestückte Cape Naturaliste. Welche Landspitze gibt sich spektakulärer? Das muss nicht entschieden werden. Beide Kapps lohnen den Anfahrtsweg.

Die Abkürzung „B&B“ steht an dieser Küste nicht so sehr für „Bed & Breakfast“ sondern für die beiden folgenden Küstenorte Busselton & Bunbury. 1,841km weit ragt die Jetty in Busselton in den Indischen Ozean hinein, ist somit die längste in Westaustralien. An ihrem Ende heißt es nicht einfach umkehren und sich vom kühlen Frühlingswind nun von der anderen Seite durchpusten zu lassen. Wem der Weg zu weit oder zu kalt ist, der nehme die Mini-Eisenbahn für Hin- und Rückweg. An der Spitze der Seebrücke wurde ein einzigartiges Unterwasserobservatorium gebaut. Auf mehreren Etagen mit Sichtfenstern beobachten wir so die Unterwassermikrowelt zwischen den Brückenpontons. Es ist erstaunlich, welch reges Treiben dort unten in acht Metern Tiefe herrscht, nicht Aquarium, sondern realistische Meeresfauna und –flora. Wie uns unsere Fremdenführerin erläutert, bedarf es eines Zeitraumes von 10 – 12 Jahren, um an den Pontons diese Art von Korallenwelt entstehen zu lassen.

Hoch oben auf einem der zahlreichen Hügel Bunburys thront sie, die immense Bischofskirche St. Patrick’s Cathedral. In ihrer modernen Pracht (2011 eingeweiht als Ersatz für die marode Kirche aus dem 15. Jahrhundert) beherrscht sie die städtische Skyline. Außen wie innen präsentiert sie sich als optischer Juwel.

Dolphin Watching
Dolphin Watching

Westaustraliens zweitgrößte Stadt Bunbury (knapp 65.000 Einwohner) kann zusätzlich zu seinen  malerischen Küstenausblicken, seinem Leuchtturm im Schachbrettmuster, dem Boardwalk durch Mangrovenwälder rund um das Leschenault Inlet oder dem belebten Cappuccino Strip (Victoria Street)  mit Stolz verweisen auf sein Dolphin Discovery Center (www.dolphindiscovery.com.au) . Ähnlich wie im nördlichen Monkey Mia kommen auch hier die Delphine in die Bucht geschwommen zur Interaktion mit den Menschen. In der Ausstellung selbst erfahren wir viel  Wissenswertes über Kraken, Haie und Schildkröten. 15-minütige Filmstreifen, zum Teil im 3-D-Format, veranschaulichen hervorragend die Unterwasserwelt.

Mandurah - Canal Cruise
Mandurah – Canal Cruise

Die Delfin-Praxis erleben wir dann später auf der „Eco Cruise“. 90 spannende Minuten lang kreuzen wir durch die Gewässer der Koombana Bay. Die erste Delfinsichtung lässt nicht lange auf sich warten. Kein Wunder, denn in der Bay haben seit Jahren rund 200 Exemplare ihren festen Wohnsitz. Sie leben dort in einer ständigen Delfinkolonie und scheinen sich pudelwohl zu fühlen. Der nahe Industriehafen von Bunbury scheint sie nicht zu stören. „Im Gegenteil!“, erklärt uns der Skipper, „Durch das ständige Ein- und Auslaufen der Frachter werden so viele Nährstoffe und Fischschwärme aufgewirbelt, dass die Delfine nicht lange nach Futter suchen müssen. Also, wer ein brillantes Delfin Watching erleben möchte, im Discovery Center bietet sich dafür eine hervorragende Gelegenheit.

Mandurah - Palazzo
Mandurah – Palazzo

Europa nähert sich uns merklich in Riesenschritten An der Südküste bei Albany erspähten wir ja bereits dänische Anflüge durch die Ortsbezeichnungen  Denmark und Bornholm. 100km südlich von Perth / Fremantle hallt es nun italienisch wider. Sorrento nennt sich ein Stadtteil im nördlichen Bereich von Perth. San Remo hingegen erstrahlt in der Küstenstadt Mandurah. Damit nicht genug. Diese adrette Kleinstadt gibt sich modern venezianisch. Wie im alten, ehrwürdigen Venedig durchziehen unzählige Kanäle den Ort. Sie wirken nicht  nur wie ihr europäisches Vorbild, sie nennen sich auch Venetien Canals.

Mit Mandurah Cruises (www.mandurahcruises.com.au) gleiten wir knapp 90 Minuten als „Dolphin & Scenic Canal Cruise“ durch die Welt der Villen und Palazzi. Mancher Architekt muss den ursprünglichen Venedig-Stil ausgiebig studiert haben, so stark ähneln manche Gebäude ihren Vorbildern hier im fernen Australien. Fast könnte man meinen, unter der originalen „Seufzerbrücke“ hindurch zu fahren. Alles eben nur nicht viel älter als 20 Jahre. Cruise und Stadt stellen ein wirkliches Erlebnisjuwel dar, das wir gern weiterempfehlen.

Rockingham - Memorial
Rockingham – Memorial

Nach Italien schimmert es schließlich auch noch griechisch unter australischem Westküstenflair hervor. Nur noch 40km südlich von Perth / Fremantle, in Rockingham, ist der zentrale Memorial Park mit einem Kreis aus hohen, griechischen Säulen geschmückt. Er sieht aus wie eine runde Akropolis ohne Dach.

Penguin Island
Penguin Island

Die Hauptattraktion in der Stadt mit überbordender, malerischer Küstenlinie befindet sich wenige Kilometer außerhalb, im spektakulären Shoalwater Islands Marine Park. Nach zehnminütiger Fährüberfahrt legen wir auf der vorgelagerten Penguin Island an. Auf dieser Miniinsel (2km Rundgang) lebt die größte Minipinguinkolonie Westaustraliens. Rund 600 Brutpaare sichern den Bestand. Um diese Pinguinkolonie zu schützen, wurde auf der Insel ein kleines Research & Discovery Center errichtet.

Blue Penguins
Blue Penguins

Die Ehrenamtler kümmern sich um ausreichende Anzahl an Brutmöglichkeiten. Außerhalb der Brutsaison werden in ihm verwaiste Pinguinjungen aufgezogen, bevor man sie ins freie Leben entässt. Besucher können der drei Mal täglichen Fütterungszeremonie beiwohnen. Zur Erforschung der umliegenden Inselwelt und Gewässer des Marine Park lädt Penguin Island Cruises (www.penguinisland.com.au)  mit ihrem Glassbottom Boat ein zur „Penguin & Sea Lion Cruise“. Penguin Island auch dieses Inseljuwel sollte nicht ausgelassen werden.

Wer erinnert sich an das Anfangskapitel unserer Australienberichte? Wir hatten es überschrieben mit „Es begann als Gefängnis – Sydney“ (vgl. K&K30).

Am Endpunkt unserer Australienrundfahrt, in Fremantle, könnten wir eigentlich einen ähnlichen Kapiteltitel wählen. Denn auch an diesem historischen Ort spielt die Geschichte der ehemaligen Sträflinge eine gewichtige Rolle. Näheren Einblick hierzu erhalten wir im „Fremantle Prison – The Convict Establishment“ während der „Great Escape Tour“.

Wir benötigen keine Fluchtmöglichkeit, um nach Europa, nach Deutschland zurückzukehren.

Fremantle - Containbow
Fremantle – Containbow

Unter dem neun Tonnen schweren Fremantle Container-Kunstwerk, dem in Regenbogenfarben gehaltenen „Containbow“ seufzen wir noch ein wehmütiges bye-bye.  Anschließend geht es zur Verladung unseres Wohnmobils zum Fremantle Hafen, wo der Roll-On-Roll-Off-Ozeanriese bereits wartet. Abschließend heißt es,  das Flugzeug zu besteigen.

Bye Bye
Bye Bye

Bereits in der Luft winken wir nach neun Monaten Rundtour dem  bezaubernden australischen Kontinent noch einmal ein herzliches AUF WIEDERSEHEN zu.

K&K 81 – Unter KathedralenKuppeln

Westlich von Albany fühlen wir uns streckenweise fast wie in Europa. Denn Denmark liegt nicht mehr weit. Vorher passieren wir noch Bornholm. Die Landschaft ähnelt derjenigen von Jütland, grün, wellig, fruchtbar. Und in diese scheinbare Unberührtheit der Küstennatur sind sie eingenistet, die Minisiedlung Bornholm und die Kleinstadt Denmark. Für uns sind sie Durchgangsstationen auf dem Weg quer durch The Great Southern (touristische Bezeichnung) in die dichten  Eukalyptuswälder mit den riesigen Karribäumen.

Raue Südküste
Raue Südküste

Der Southern Coast Highway / HWy 1 verläuft nicht direkt an der Küste, wie man auf Grund des Namens erwarten könnte. Um den Southern Ocean immer wieder zu Gesicht zu bekommen, nehmen wir die kleinen Abstecher-Straßen zum Meer. Die meisten weisen zwar nur Unsealed Road auf, aber es bleiben immer noch genügend Teerstraßen übrig. Oft führen diese Stichstraßen durch National Parks wie z.B. den West Cape Howe NP, die Peaceful Bay oder den William Bay NP. Geprägt werden alle diese Parks durch Dünen, auf denen dichtes, fast undurchdringliches Buschgestrüpp wuchert. Die sicherlich zeitintensiven Abstecher lohnen. Der raue südliche Ozean bietet immer wieder ein bezauberndes Schauspiel der sich brechenden Wellen an den zahlreichen schroffen Kliffs. Soviel ständige Meeresunruhe, auch bei vermeintlicher Windstille, sucht ihresgleichen.

Einfahrt ins Tal der Riesen
Einfahrt ins Tal der Riesen

Als hauptsächliches Ziel steuern wir „Das Tal der Riesen / The Valley of the Giants“ an. Seine Bezeichnung erhält dieser dichte Wald eben durch die riesenhaften Karribäume, eine hier außerordentlich weit verbreitete Art des Eukalyptus. In 70m Höhe wölbt sich dann eine dichte Baumkrone und verschließt den Blick auf den Himmel.

„Surely“, argumentiert der australische Naturforscher Vincent Serventy, „there can be no greater cathedral than forests such as those of the karri / Sicherlich gibt es keine größere Kathedrale als diejenige in den Wäldern von Karribäumen“. So wandeln wir nunmehr unter schier endlosen Kathedralenkuppeln.

Die Bodenwanderung ist die eine Sache, die Vogelperspektive auf diese Kathedralenkuppeln die andere. Diese Gelegenheit mit dem „Blick von oben“ erhalten wir kurz vor dem Ort Walpole beim „Tree Top Walk“. 40m hoch führt der schwankende Brückensteg hinauf in die Baumkronen. 600m Vogelperspektive gönnt er uns auf die uralten, bis 400 Jahre lebenden Karribäume. Sie werden auch Red Tingle genannt wegen ihrer faserreichen, grauroten Rinde, welche sich regelmäßig abschält. Lange, große Rindenfetzen hängen an den Stämmen herab wie Schalen einer halb gepellten Banane.

Tree top Walk
Tree top Walk

Wieder festen Boden unter den Füßen durchschreiten wir das Tor zum „Ancient Empire / Altes Reich“. Hier stehen die Urahnen der Karris in dichter Formation. Je höher ihr Alter umso ausgehöhlter ragen sie empor. Die dicksten Stämme, die bis zu 20m Umfang erreichen, bilden nicht nur Baumhöhlen, sondern auch mannshohe Durchgänge. So vergeht rasch ein halber Tag inmitten der kathedralen-ähnlichen Wildnis.

Karribaum
Karribaum

Wie im Outback oft erlebt weisen auch hier an der Südküste die eigentlich unscheinbaren, vom Tourismus nur bedingt geküssten Orte immer eine kleine Besonderheit auf. Denmark könnte als das Mekka für Naschkatzen gelten mit seinem Temptations Gourmet Café, der Toffee Factory und dem Chocolat Outlet. Die Gemeinde Walpole hält es dagegen eher mit der Kunst. Nur wenige Kilometer entfernt lassen wir den „Swarbrick Art Loop“ nicht aus. Kunstobjekte, eingefügt in Wildnislandschaft betrachten wir auf einem rund einen Kilometer langen Waldrundgang. Der Gallerist „Natur“ hilft den Künstlern, ihre Kunstwerke gebührend zur Geltung kommen zu lassen. Wenn man schon in dieser Australienecke weilt, man sollte sich diesen Kunstgenuss nicht entgehen lassen.

Walpole - Wildniskunst
Walpole – Wildniskunst

Die touristische Bezeichnung der Region wechselt auf „Southern Forests“. Die Landschaft bleibt wie gehabt, wenn man nicht rechnet, dass die Wälder dichter werden. Allerdings nimmt die Anzahl der ausgewiesenen National Parks zu. Auf der linken Straßenseite lesen wir so „Shannon NP“, genau gegenüber auf der rechten „Mount Franklin NP“. So geht es ununterbrochen, als ob dieser Küstenabschnitt ein einziger National Park ist. Mittendrin in dieser Naturschutz-Gebietsansammlung finden wir dann die Waldgemeinde Northcliffe. In diesem Dorf gibt es wiederum einen besonderen Anziehungspunkt zu erwähnen.

Northcliffe - Wildniskunst
Northcliffe – Wildniskunst

Gleich hinter dem Visitor Center beginnt der  „Understory Artworks Trail“ (www.understory.com.au) . Mehr als 50 nationale und internationale Künstler haben diesen 1,5km langen Rundgang mit ihren Kunstwerken bestückt. Wie in Walpole sind die Werke in die Wildnis der Natur integriert, manchmal so angepasst, dass wir sie erst auf den zweiten Blick entdecken können. Wie deuten es die Künstler in ihrer erläuternden Broschüre? Sie schreiben: „Skulpturen, Geschichten, Poesie und Musik erforschen unsere Verbindung mit der Natur und dem Geist an solch einem Ort“. Optisches, Literarisches und Akustisches hüllen diesen besonderen Ort in eine verklärende Atmosphäre ein. Diese Stimmung legt sich nach dem Kunstgenuss erst allmählich wieder, als wir in Richtung Windy Harbour, 25km südlich von Northcliffe, weiterfahren. Unterwegs passieren wir die aus dem Wald hervorlugende und die Baumkronen überragende Granitformation Mount Chudalup. Sie gehört, wie viele andere Berge auch, zum ausgedehnten Küstennationalpark  D’Entrecasteaux. Hoch hinauf folgen wir der Straße zum Leuchtturm auf dem windigen Point D’Entrecasteaux.

Unter KathedralenKuppeln
Unter KathedralenKuppeln

Ein weiteres Mal tauchen wir ein in die Kathedralenbaumwelt. Die Kleinstadt Pemberton, ebenfalls Waldort mit Akzent auf Holzwirtschaft, bietet eine Triebwagenfahrt ins Dickicht des Karribaumurwaldes an. Unter den grünen Kuppeln rumpeln wir mit 20km/h über mehrere abenteuerliche Holzbrücken aus der Pionierzeit bis zu den Stromschnellen „Cascades“ im Gloucester National Park. Während der 15-minütigen Fahrtunterbrechung gönnen wir uns einen Rundgang um die Stromschnellen. Anschließend rattern wir im Gleisstakkato zurück zum Ausgangsort. Der Gloucester National Park umschließt fast den gesamten Ort. Nur wenige Kilometer entfernt stoßen wir auf den höchsten Karribaum der Region, den Gloucester Tree (96m hoch). Dem armen Baumriesen wurden allerdings unzählige stabile Eisenstäbe in den Stamm getrieben, damit Kletterwütige die Möglichkeit haben,  die Aussichtsplattform in 70m Höhe zu erklimmen. Erstaunlich relativ reges Treiben herrschte auf der Spiralleiter. Ehrlich gesagt war diese Kletterspirale in erster Linie nicht für touristische Aktivitäten ausgelegt. Die kamen erst später. Ursprünglich kletterte ausschließlich der Waldbrandbeobachter auf den luftigen Ausguck.

Southern Ocean
Southern Ocean

Nach Stromschnellen und Kletterbaum treffen wir auf der Weiterfahrt zum Cape Leeuwien noch auf einen richtigen Wasserfall, die Beenelup Falls im gleichnamigen National Park. Auch um ihn wandern wir wieder herum auf dem ausgewiesenen Loop über eine stark schwankende Hängebrücke und unzähligen Treppenstufen.

Indian Ocean
Indian Ocean

Gegen Abend ist unser Ziel erreicht, das Städtchen Augusta am windig-stürmischen Cape Leeuwien. Weithin sichtbar glänzt der strahlend weiße 39m hohe Leuchtturm in der Sonne. Er gilt als höchster Leuchtturm Australiens. Natürlich wird auch dieses besondere Kapp durch den Nationalparkstatus geschützt. An diesem denkwürdigen Ort steht der Betrachter an der Grenzlinie zwischen Southern Ocean und Indian Ocean. Direkt an der Kappspitze treffen die beiden Meeresströmungen aufeinander.

Cape Leeuwien
Cape Leeuwien

Weiter westlicher und südlicher geht es nun nicht mehr. Der Kontinent endet am Cape Leeuwien. Somit bleibt uns jetzt nur noch die nördliche Westküstenrichtung übrig nach Perth/Fremantle zur Rückverschiffung unseres Wohnmobils.

DIAVORTRÄGE über AUSTRALIEN komplett

Königslöffler
Königslöffler

Buchstäblich eine ganze Hand voller mitreißender Reiseberichte / Diavorträge können wir nunmehr präsentieren. Auch die Ausgabe Nr. 5 steht jetzt bereit.

AUS 5 – Durchlöcherte Einsamkeit – Australiens Westen

Dieser Vortrag rundet den Strauß unserer Diavorträge über den 5. Kontinent ab.

Hier die anderen vier:

AUS 1: TASMANIEN – Der Grüne Smaragd Australiens. 

AUS 2: Vom Urwald ins Outback – Australiens Süden

AUS 3 – In den Tropischen Norden – Australiens Ostküste

AUS 4  – Kein Krokodil Kann Klettern – Australiens Norden

K&K 80 – Orte voller Hoffnung

Nennen wir es doch einfach den Tourenabschnitt, in dem irgendwie ein  Hoffnungsbezug sichtbar wird. Bei den ersten beiden Orten an der Südwestküste liegen die Dinge einfach. Die Orte tragen die Hoffnung bereits im Namen: Esperance bzw. Hopetoun (=Hopetown). Beim 500km westlich gelegenen Albany wird dieser Aspekt nicht gleich sichtbar.

Wir schieben zunächst erst einmal einen Aspekt ein, von dem wir hoffen, dass die Übertreibungen sich in Grenzen halten. Wir meinen den starken Hang der Australier zum Superlativ. Auf vielen Gebieten zeigt  sich diese Neigung, besonders aber natürlich in der Tourismuswerbung. Die ständige Erwähnung von Superlativen hat System, fast als ob sie als Lebenselexier dient. Alles gibt es nur noch in Superlativen, nicht nur hier in den Orten am Southern Ocean. Es scheint, als ob der Australier sich eine Landschaft, eine Tour oder ein Produkt ohne Superlativ nicht mehr vorstellen kann.

Wer soll die schönsten Strände von Südwestaustralien haben? Esperance! Wo gibt es das ausgefallenste Geschäft der Region? Esperance! Wo fange ich auf Angeltouren die meisten Fische? Esperance! Wer hat den tiefsten Hafen Westaustraliens? Esperance! So sind wir also in dem Küstenort der Superlative angekommen. Komisch wird diese Form von Werbung allerdings, wenn in einem kleinen Ort – nicht Esperance! – an einem Fastfood Restaurant die Werbung prangt „Best Burger in Town“. Es gibt ja nur diese eine BurgerBude!

Doch wollen wir die Stadt Esperance nun nicht als werbemäßigen Prügelknaben herhalten lassen. Wir erleben sie als einen sehr angenehmen, malerischen Küstenort. Die Esplanade mit ihren hohen, grobnadeligen Christmas Trees entlang zu flanieren, hat schon etwas. Die an dieser Strandpromenade liegenden Parks strahlen viel Erholsames aus, besonders jetzt im beginnenden Frühling. Allerdings treffen wir bei den kühlen, zum Teil regnerischen Wetterverhältnissen wie in einem launischen April nur auf wenige Spaziergänger oder Touristen. Als  Prunkstück dieser Strandpromenade erhebt sich an der nicht für Boote vorgesehenen Jetty das Stahl-Holz-Glaskunstwerk einer örtlichen Glaskünstlerin. Eine hohe, ins Meer eintauchende Walflosse glitzert in den hin und wieder aufblitzenden Sonnenstrahlen. Diese sehr gelungene Skulptur wirkt wie ein Fenster zum Ozean.

Esperance An der Seepromenade
Esperance An der Seepromenade

Der Gattung Fisch bzw. einem daraus entstehenden Produkt widmet sich auch die kleine, außergewöhnliche Fabrik (mit Verkaufsraum) „mermaid leather“. Wer hat schon einmal die Herstellung von Leder aus Fischhaut miterlebt? Hier können wir es. So gut wie jeder Fisch eignet sich für größere und kleinere Produkte, von der Kugelschreiberumhüllung bis zur Handtasche. Dabei werden die Fische nicht extra wegen der Handtaschen aus dem Wasser gezogen. Sondern das von der Fischindustrie sonst nicht verwertbare Restmaterial, z.B. nach dem Filettieren für die Fischstäbchen, also die Fischhaut, kommt in die Gerberei und Färberei. Selbst die Schuppen bleiben nicht unverwirtschaftet. Sie werden eingefärbt und als Deco-Streumaterial verwendet. Er setze so eine Tradition der Wikinger fort, erläutert der Besitzer. Man sollte diesem kleinen touristischen Farbtupfer ruhig einmal einen Besuch abstatten.

Für das etwas außerhalb liegende nachgebaute „Stonehenge“ mögen wir nicht so vorbehaltlos unsere Empfehlung aussprechen. Es wird zwar versichert, dass es die Ausmaße des englischen Originals hat. Doch erhebt es sich etwas trostlos, optisch betonartig und kantig (obwohl rund) auf einem ortsnahen Feld. Der das Gebilde umgebende Sichtzaun soll wohl eine Ansicht von der Straße aus verhindern. Dafür kann dann das große Schild mit den Eintrittspreisen und der Grenzlinie zum Eintrittszwang nicht übersehen werden.

Vogelschwarm am Pink Lake
Vogelschwarm am Pink Lake

Als „must do“ allerdings bezeichnen wir zwei Naturerlebnisse in der Gegend von Esperance. „The Great Ocean Drive“ – nicht zu verwechseln mit der weltberühmten „Great Ocean Route“ – führt uns  auf seinem knapp 40km langen Rundweg in das westliche Umfeld der Stadt. Zunächst geht es zum „Pink Lake“, der wegen der kühlen Temperaturen und den damit nicht blühenden Beta-Carotin haltigen Algen regulär blau-grau schimmert. Entschädigt für den fehlenden ungewöhnlichen Farbgenuss werden wir durch einen immensen weißen Vogelschwarm, der wie auf Kommando mal nach links, mal nach rechts, mal hinunter, mal hinauf durch die Lüfte flattert. Die Verhaltensähnlichkeit zu Fischschwärmen bleibt dabei unübersehbar.

Weiter schlängelt sich die Straße durch Dünenlandschaft zum eigentlichen Namensgeber der Panoramastraße, dem Southern Ocean. Durchwachsene Wetterverhältnisse erzeugen hier an der australischen Südwestküste hohe, weiß schäumende Gischt, die sich auf den abgeschliffenen, runden Felsen bricht. Gesellen sich dann noch einige Windböen und vielleicht ein Sonnenstrahl hinzu, kann man in der Tat von einem äußerst pittoresken Naturschauspiel sprechen. Wir nehmen uns einen halben Tag Zeit für diesen Rundkurs, um an möglichst vielen der ausgezeichneten Aussichtspunkte einen Stopp einlegen zu können.

Esperance Great Ocean Drive
Esperance Great Ocean Drive

Der andere Anziehungspunkt in Sachen Natur befindet sich auf der gegenüberliegenden, der östlichen Stadtseite. Rund 30 Minuten gilt es  zu fahren, dann stehen wir am Eingang des Cape Le Grand National Parks. In der Parkwerbung finden wir ihn als einen der „am besten bekannten und spektakulärsten“ National Parks von Westaustralien tituliert, mit dem Zusatz, dass die Lucky Beach den „weißesten Strand“ besitzt. Leuchtend weiß strahlt der Sandstrand in der Nachmittagssonne tatsächlich, blendend fast. Das Farbspektakel wird verstärkt durch das kristallklare, azurblaue Wasser und die die Bucht umgebende, grün bewachsene Berglandschaft. Die weiteren Buchten des National Parks, wie z.B. die mit riesigen Felsgebilden garnierte Thistle Cove stehen diesem Anblick eigentlich in nichts nach. Bereits bei der Anfahrt können wir die Bergkuppen des Parks ausmachen. Sie ragen alle rund 200m bis 500m in die Höhe, in der flachen, australischen Landschaft weithin sichtbare optische Anziehungspunkte. Als König unter den Gipfeln regiert der „Frenchman Peak“ das Blickfeld. Seine Felsspitze ähnelt aus der Ferne der Silhouette eines Tapirs. Dabei handelt es sich aber bei näherem Hinschauen um eine attraktive Felsenbrücke direkt auf dem Gipfel. Wer mag, sollte den dreistündigen Berganstieg in Angriff nehmen.

Frenchman Peak
Frenchman Peak

Esperance, so bezeichnet nach einem gleichnamigen europäischen Entdeckerschiff aus dem 18. Jahrhundert, stellt für uns ein wunderschönes Einfallstor zur westaustralischen Südküste dar.

Einst ein blühender Industriehafen für die Phillips River Goldfields muss das kleine Hopetoun/Hopetown seine Hoffnung nun ganz auf die Tourismusbranche verlagern. Die Goldmine wurde geschlossen und damit der Hafen überflüssig. Heute versucht man durch touristische Infrastruktur eine wenig von dem Verlust wieder wettzumachen. Wer Meeresidylle, Ruhe und Angel-Gelegenheiten sucht, ist in dem winzigen Ort gut aufgehoben.  Nicht ohne Erfolg bemüht man sich mit viel Mühe die Jetty und den angrenzenden Picknickpark wohlgefällig zu gestalten.

Hoffnungsfroh warten die Organisatoren im 50km landeinwärts liegenden Ravensthorpe auf Besucher für ihre „Wildflower Show“. So klein und unscheinbar das Dorf, so groß die Ausstellung. Für das 10-tägige Wildblumenfestival wurde extra die Ortsbibliothek ausgeräumt. In mehreren Räumen wird nunmehr statt Bücher Floristisches präsentiert. Der Sachverstand, der sich in dieser einmaligen Ausstellung verbirgt, wird schnell spürbar. Das Dorf muss eine Menge sachkundiger Blumenfreunde beherbergen. Alle Spezies sind säuberlich eingruppiert und beschriftet. Ob die Bibliothek auch außerhalb dieses Festivals in einer solch vielfältigen Farbenpracht erstrahlt? Wir sind hingerissen von diesem kleinen touristischen Juwel.

Ravensthorpe Wildflower Show
Ravensthorpe Wildflower Show

Knapp 300km weiter westlich nähern wir uns Südwestaustraliens Metropole, dem 26.000 Einwohner zählenden Albany. Welche Stadt kann schon von sich behaupten, von National Parks umringt zu sein. Albany kann es. Alle Parks liegen nicht weiter als eine Autostunde von der Stadt entfernt.

Im Norden schirmen die Stirling Ranges mit dem namensgleichen National Park das Binnenland vor den Kapriolen des Southern Ocean ab. Mehrere 1.000m hohe Gipfel ragen wie auf einer Perlenschnur in den Himmel. Per Wohnmobil erklimmen wir den Lookout vom Bluff Knoll bis auf rund 400m. Der weite Blick über das Tal und im Rücken die Nähe der Felswand ergibt ein sehr malerisches Bild. Von hier aus beginnen auch die Wanderwege entweder talwärts (3-4 Stunden) oder ins Gebirgsmassiv hinein.

Ebenfalls nördlich, doch der Stadt schon erheblich näher, lockt der Porongurup National Park. Seine Hauptattraktion ist der Granite Skywalk. Wander- und kletterfest muss man hierfür schon sein, denn vor dem unbeschreiblichen Ausblick von den Felsenterrassen aus heißt es, 2,5km durch teilweise recht unwegsames Gelände den Granitfelsen hinauf zu kraxeln. Die oberste Terrasse kann dann nur noch über Eisenkrampen und eine Treppe erreicht werden. Doch die dreistündige Kletterwanderung lohnt in jedem Fall.

In Fahrradentfernung breitet sich direkt an der Küste, östlich von Albany der Gull Rock National Park aus. Besichtigungsrenner sind die oft schneeweißen Strände, eingebettet in felsige Buchten. Wer dieses Schauspiel ein weiteres Mal erleben möchte, fahre einige Kilometer weiter zur Two Peoples Bay Nature Reserve.

Albany Southern Ocean
Albany Southern Ocean

Die Albany vorgelagerte südliche Halbinsel ist fast vollständig als Torndirrup National Park ausgewiesen. Und sie hat es in sich, sowohl an naturell Spektakulärem wie auch an Historischem. Am besten erkundet man diese Halbinsel auf einer Rundfahrt immer entlang der Frenchman Bay Road. Überall ist diese Halbinsel auch bei ruhiger See von tosendem Meer umgeben. Immer wieder führen Abzweigungen zu den markanten Aussichtspunkten wie dem Sharp Point oder dem Quarantine Hill. Einen besonderen optischen Leckerbissen finden wir bei „The Gap & The Natural Bridge“. 35m tief fallen bei „The Gap/Die Lücke“ die senkrechten Felswände ins Meer hinab. Ein schmaler Einschnitt lässt unter höllischem Lärm die weißschäumende Gischt meterhoch empor spritzen. Tief dringt das Salzwasser in die schmalen Felsritzen ein, um dann sich überkugelnd wieder heraus zu quellen. Ebenso spektakulär bietet sich der Anblick bei der nur wenige 100m entfernten Felsenbrücke / Natural Bridge. Laut tosend brechen sich die Wogen auf der Felsplatte unter dem Granitbogen, schäumen die schräge Felsplatte unter dem Torbogen hinauf, ziehen sich augenblicklich zurück und werden von der nachfolgenden Welle sofort wieder eingefangen. Es könnte ein schon fast mystischer Ort sein an diesen beiden Sehenswürdigkeiten.

Natural Bridge
Natural Bridge

Ruhiger, wenn auch nicht weniger pittoresk, geht es danach beim Stony Hill bzw. den Blowholes zu. Ersterer bietet einen weiteren 360° Rundumblick, letztere versprühen in ihren Felsspalten durch den Druck der Dünung fein zerstäubende Wassertropfen. Im Wind tänzelnd ähneln sie Rauchschwaden.

The Gap
The Gap

An der Spitze dieser fantastischen Halbinsel, in der Discovery Bay, öffnet dann quasi als Schlusspunkt eine ehemalige Walfangstation (www.discoverybay.com.au)  ihre Pforten. So historisch alt ist sie allerdings gar nicht. Erst in den 1950ger Jahren wurde sie erbaut. Ihre wirtschaftliche Lebensdauer hat das 25-jährige Unternehmensjubiläum allerdings nur knapp erreicht. Denn in den späten 1970ger Jahren wurde sie wieder geschlossen. Die politische Diskussion über den Schutz der Wale und eine bevorstehende Gesetzesänderung ließen einen rentablen Betrieb nicht mehr zu. Dafür können wir heute ein informatives und ausgezeichnetes Open Air Museum besichtigen. whale-world-dscn7123Die einstündige, geführte Museumstour beleuchtet lebhaft sämtliche Aspekte des Walfangs, ehrlicherweise auch die negativen. Die ehemaligen, riesigen Tanks für das gewonnene Walöl sind umfunktioniert zu Ausstellungshallen und Kinosälen. In ihnen beleuchten die jeweiligen 15 Minuten dauernden Filme, teilweise in 3D-Format, nicht nur den seinerzeit bedrohten Wal, sondern ebenso die ausufernde Jagd auf Haie. Die früheren Walzubereitungsplattformen, Siedeöfen und eines der Walfangschiffe stehen gleichsam für eine Besichtigung bereit. Rund drei Stunden verbringen wir in diesem Zeitzeugnis einer jüngeren, doch bereits vergangenen Epoche.

Bei so viel tosendem Meer, welches uns in Albany und Umgebung umgibt, bleibt eine Bootstour in den King George Sound natürlich nicht aus. Die australische Südküste ist berühmt für ihre vorbeiziehenden Wale. Wir vertrauen uns dem Skipper John von den Albany Whale Tours an (www.albanywhaletours.com.au).

Albany Whale Tour
Albany Whale Tour

Fast vier Stunden lang durchkreuzen wir die Bucht und den angrenzenden Southern Ocean auf der Suche nach den Meeresgiganten. Natürlich erfolgt vor Fahrtbeginn die erforderliche Sicherheitsbelehrung, doch John belässt es nicht mit Erklärungen zum Anlegen der Schwimmwesten etc. Er steigt ein in die Funktionsweise des vegetativen Nervensystems und wie man sich mit dessen Hilfe gegen die Unbillen von Seekrankheit schützen kann. Die Denkweise spielt eine große Rolle dabei. So soll man sich besonders bei rollender See vorstellen, dass man sich auf einem Spaziergang befindet und diese Laufbewegungen dann nachvollziehen. Eine Minute Gehbewegung, auch im Sitzen, durch ständiges Tippen der Fußsohlen auf den Fußboden können Wunder bewirken. Nicht der Toilettengang schafft die erhoffte Erleichterung, sondern die frische Luft mit einem weiten Blick. John: „You don’t need privacy, you  a friend.“ Wohltuende Unterstützung erhält der Magen zusätzlich durch Gingerbonbons und Gingertee.

John und seine Crew haben für alles vorgesorgt, optisch wie genüsslich. Bei relativ starkem Wind und entsprechendem Wellengang gleitet der mit einem riesigen Segel ausgerüstete Katamaran in die Bucht hinein. Der Flurfunk meldet drei gesichtete Wale auf westlichem Kurs. Mit Hilfe von Sonarortung begeben wir uns in die entsprechende Richtung. Je weiter wir uns dem offenen Meer nähern, je rollender wird die Dünung, je häufiger sind die Wanderbewegungen der Passagiere zu beobachten. Die Crew bemüht sich rührend und die Gäste und verabreicht nicht nur Tee, sondern auch kleine Snacks wie Würstchen im Schlafrock, Gemüseburger, Hähnchennuggets und himmlisch leckere Scones. Die Crewmitglieder müssen wohl früher im Zirkus als Artisten gearbeitet haben. Ihre Balanceakte, die Leckereien bei stark schaukelndem Schiff zu den Gästen zu bringen, hat schon etwas Artistisches.

Wie geht es den Walen, denn wir sind ja auf Whale Watching Tour? Sicherlich gut! Wir haben sie allerdings noch nicht ausfindig machen können. Entschädigt werden wir dafür durch den Anblick einmalig felsiger Insellandschaft, spielender Delfine, mehrerer Seelöwenkolonien und kreisender Basstölpel. Drei Stunden sucht John die Gewässer ab. Die Meeresgiganten sind und bleiben unentdeckbar. So schippern wir denn allmählich wieder Richtung Albany Waterfront Marina. Die einen atmen erleichtert auf, dass sie die Wanderbewegungen allmählich einstellen können. Andere, besonders diejenigen, welche direkt am Bug von den Wellen ordentlich durchnässt wurden, hüllen sich in Decken und wärmen sich mit Gingertee. Von Enttäuschung wegen der erhofften aber ausgebliebenen Walbeobachtung ist jedenfalls nichts zu spüren. Das tut auch nicht not, denn John bietet als Ausgleich eine weitere, kostenfreie Fahrt an, am folgenden Tag oder auch später. Eine außergewöhnliche Geste! Wie richtig er mit diesem Angebot liegt, zeigt sich bei der erneuten Cruise am folgenden Tag. Ein Walweibchen mit Jungtier lässt sich blicken und fotografieren.wal-imgp4541

Vergessen wir bei so viel Natur nicht die Stadt selbst. Für uns präsentiert sie sich als eine der schönsten Australiens. Wenn man die zentrale York Street hinunter bummelt, eröffnet sich ein vorzüglicher Blick auf den King George Sound, der einer abgeflachten norwegischen Fjordlandschaft ähnelt. Eingebettet, um nicht zu sagen eingeklemmt, ist die York-Einkaufsstraße zwischen zwei Hügeln mit perfekter Aussicht. Der westliche Granitfelsen, der Mount Melville lässt die Blicke schweifen über den inneren Sund. Der östliche Hügel besteht eigentlich aus zwei Gipfeln, dem Mount Clarence und dem Mount Adelaide, mit Ausblick auf das offene Meer. Beide Gipfel sind neben überbordendem Grünbewuchs bepackt mit Historischem. Auf dem Mount Clarence wird einem ehemaligen großen Hoffnungsträger, dem Padre White gedacht, der hier viele Jahre hindurch der St. John’s Kathedrale vorstand. Eng verbunden mit seinem Namen sind andere Monumente, wie das zu Ehren der Mounted Light Cavallerie (1916 Ägyptenkrieg) auf dem gleichen Hügel errichtete. Gegenüber auf dem Mount Adelaide steht dann das National ANZAC  Center. Albany gilt als Geburtsort dieser Militärgemeinschaft Australien-Neuseeland. Von hier aus starteten 1914 die ersten gemeinsamen Militärkonvois zum fernen Europa. Multimedial ausgestattet  können wir Einzelschicksale aus dieser Epoche verfolgen, unter anderem auch den Werdegang des deutschen Schriftstellers Ernst Jünger.

Albany Mount Clarance
Albany Mount Clarance

Im Stadtgebiet gibt es aber natürlich auch noch viel anderes zu entdecken, wie z.B. das Western Australian Museum, The Old Goal / Historisches Gefängnis oder eben auch die zahlreichen Kirchen der Gemeinde.

Drei ausgefüllte Tage Albany-Besuch. Sie verfliegen wie im Wind. Man könnte gern noch etwas länger verweilen.

Uns zieht es jedoch weiter Richtung Westen immer die Südküste entlang. Das „Tal der Baumriesen / The Valley of the Giants“ wartet auf uns ebenso wie Australiens Südwestspitze, das Cape Leeuwien. Darüber berichten wir dann im nächsten Kapitel.

K&K 79 – Eine Umrundung wird vollendet

Ein letztes Mal richten wir unsere Fahrt ostwärts ins Outback  über den Great Eastern Highway. Auf ihm folgen wir dem historischen Golden Pipeline Heritage Trail 500km von der Westküste zur Goldgräberstadt Kalgoorlie-Boulder.  Diese Pipeline repräsentiert sicherlich optisch nichts Spektakuläres. Sie wird in Ehren gehalten, denn sie stellte ab 1903 über viele Jahrzehnte die Süßwasserversorgung im Bergwerks -Outback sicher. Grund genug, sie ins Register des Australian National Trust aufzunehmen.

Noch einmal Outback
Noch einmal Outback

Doch die angenehmen optischen Früchte nehmen zu, je weiter wir wieder ins Outback vorstoßen. Am Wegesrand des Great Eastern Highways,  35km östlich vom Städtchen Southern Cross schimmert grau-grün der Weowanie Rock aus dem Buschland hervor. Noch weiter östlich durchkreuzt die Straße den Boorabbin National Park. Wie gewohnt ändert sich die Landschaft nicht, nur ein Schild weist auf die besondere Schutzzone hin.

Outback Wildflowers
Outback Wildflowers

Nunmehr wieder 500km von Perth entfernt, beginnen die berühmten Goldfields Australiens. Das Dorf Coolgardie macht den Auftakt der Gold-Rush-Siedlungen. Hier begann auch die gesamte Goldgeschichte mit den „Gold Discoveries“, denn hier wurde das erste nennenswerte Gold gefunden. Seinen glücklichen Finder machte dieser  „Golden Eagle Nugget“   steinreich(1931). Die nachfolgenden Glückssucher hatten indes mehr mit brutalen Lebensbedingungen zu kämpfen als durch lebensverändernde Goldfunde zu Ruhm und Geld zu gelangen. Das kommunale Goldfields Exibition Museum nimmt sich dieser Erbschaft an. Es beschränkt sich dabei nicht auf die eigentliche Goldgeschichte. Sonderausstellungen wie z.B. die „Pharmacy Collection“ oder die „Famous Waghorn Bottle Collection“ ergänzen dieses sehr besuchenswerte Museum.

Kalgoorlie Hannan Street
Kalgoorlie Hannan Street

Nun sind es nur noch 40km bis ins Herz der Goldgräberei, bis zur Zwillingsstadt Kalgoorlie Boulder. Wir nennen sie eine Stadt mit „Charakter“. Der Bergbau, historischer wie aktueller, prägt die Stadt samt Region. Beide früher unabhängigen Stadtteile unterscheiden sich jedoch erheblich voneinander. Boulder bildet den kleineren Part. Ein Erdbeben mit einem Epizentrum nur 5km unter der Erdoberfläche zerstörte 2010 die Haupteinkaufsstraße, die Burt Street. Umso erstaunlicher zeigt sie sich nunmehr, nur einige Jahre später in wiederaufgebautem, historisch restauriertem Gewande.

Der attraktivere Teil liegt aus unserer Sicht jedoch eindeutig in der anderen Hälfte, in Kalgoorlie. Deren Zentrum präsentiert sich als gelungene Mischung aus moderner City, gepaart mit historischem Flair der Gold-Rush-Ära. In hellen Farben leuchtet die Town Hall an der Hannan Street, ein Hingucker. Farbenfroher, mit Türmchen und Balkonen verziert, prunken die beiden Nobelhotels, das Palace Hotel und das Exchange Hotel am Straßenrand. Ins Auge sticht  das Eingangstor der City Markets mit angrenzendem St. Barbara Platz. Und so ließe sich bei der 1,5km langen Prachtstraße noch viel mehr Bestaunenswertes aufzählen. Man muss auf dieser Hannan Street einfach entlang schlendern, um das Flair einzuatmen. Überragt wird die Stadt durch zwei riesige Fördertürme, der eine museal, der andere in Betrieb.

Eine Bronzestatue des Namensgebers Patrick (Paddy) Hannan befindet sich natürlich auch auf dieser Meile, direkt bei Visitor Center Durch seinen ersten Goldfund 1893 gilt der Ire als Auslöser der dann schnell aufblühenden Stadt. Heute können sich die Passanten an dem Trinkwasser laben, welches aus seiner modelierten Trinkflasche sprudelt.

Zwei besondere Museen wollen wir hervorheben, das Railway Museum am ehemaligen Bahnhof in Boulder. Das andere, das Westaustralian Kalgoorlie-Boulder-Museum im Stadtteil Kalgoorlie, beherbergt nach eigenen Angaben die umfangreichste Sammlung an Gold Nuggets. Im Panzertür gesicherten Kellergewölbe können wir sie uns ansehen.

Kalgoorlie Palace Hotel
Kalgoorlie Palace Hotel

Wer es historisch mag, der kann die Doppelstadt mit den „Hop-on-Hop-off-City Tram-Tours“ (www.loopline.com.au) erfahren. Der ca. zwei Stunden dauernde Rundkurs mit Aus- und Zusteigemöglichkeiten den ganzen Tag über, läuft nicht nur diese beiden Museen an, sondern eine Reihe weiterer Sehenswürdigkeiten. Höhepunkte auf diesem Rundkurs sind dabei sicherlich der Mt Charlotte Lookout, mehr noch der Lookout über dem Super Pit. 5km lang, 1,5km breit und  500m tief misst die Tagebaumine, in der Tag und Nacht nach dem Edelmetall gesucht wird. Offensichtlich gestaltet sich das Geschäft sehr einträglich, denn die Doppelstadt ist nicht grundlos auf knapp 32.000 Einwohner angewachsen.

Aus der städtischen Infrastruktur, der damaligen wie heutigen, ist eine Institution nicht wegzudenken. Noch nicht volljährige Leserinnen und Leser müssen den folgenden Absatz überspringen. Warum? Wir sprechen von dem ortseigenen „brothel“, dem Bordell. Zu Zeiten des Gold Rush reihte sich in der Hay Street  sich ein Etablissement an das andere. Heute öffnet nur noch ein Haus seine Türen. Was gibt es Besonderes an und in ihm? Nun, es ist sicherlich schon ungewöhnlich, dass über das Visitor Center die tägliche „Qesta Casa“ Tour gebucht werden kann unter dem Motto „The History of Hay Street – Tour the Only Original Brothel Left“. Hier begegnen sich Historie und Aktualität. 25AUD / rund 16€ kostet das Vergnügen. Der Rundgang startet täglich um 15 Uhr vor Beginn des abendlichen Betriebes. Sämtliche Dienstleistungen bleiben für diejenigen Besucher umsonst, die sich bereit erklären, dass ihr Besuch im Etablissement auf Video aufgezeichnet und später dann im Internet veröffentlicht werden darf. Ist doch ein tolles Sparprogram!

Kalgoorlie Super Pit
Kalgoorlie Super Pit

Es wird Zeit, die Richtung zu ändern. 500km verbleiben uns noch bis zur Südwestküste in Esperance. Bei einem Zwischenstopp im Minenort Kambalda (50km südlich von Kalgoorlie Boulder) kommen wir mit dem Besitzer des örtlichen Hotels/Motels ins Gespräch. Er erlaubt uns, auf seinem hoteleigenen Parkplatz in unserem Wohnmobil zu übernachten (just for free). Damit nicht genug. Kurz darauf erscheint er wieder und spendiert den Abendtrunk, eine Flasche köstlichen australischen Weißweins – ein weiteres Beispiel von Aussie-Gastfreundschaft.

Umrundung geschafft
Umrundung geschafft

Ein Kreis schließt sich nach weiteren 130km südlich. Wir erreichen die Stadt Norseman. Hier endet auch der Eyre Highway durch die Nullarbor Wüste, der 2.500km östlich in Ceduna beginnt und fast die gesamte Südküste entlang führt. Vor rund sechs Monaten haben wir diese Nullarbor Wüste durchquert bis eben zum westlichen Endpunkt Norseman (vgl. Kapitel „Auf der Nullarbor-Piste“).

Die Umrundung des 5. Kontinents ist gelungen! Somit beginnen wir den Schlussspurt entlang der südwestlichen Küste bis wieder hinauf nach Perth.

K&K 78 – ParkParade Perth

Im Anschluss an die Wave Rock Rundtour treibt es uns für einige Tage doch noch einmal nach Perth. Nach unseren ersten Erlebnissen mit Stadtbesichtigung und den Besuchen von hinlänglichen Sehenswürdigkeiten geht uns ein Eindruck weiterhin nicht aus dem Sinn: Perth – die Stadt  der Parks und Gärten. Aus unserer Sicht lohnt es sich, hierüber noch einmal gesondert zu berichten. Einheimische beschreiben ihre Stadt oftmals als „Parkoase“. Wir wollen dieser Aussage einmal nachgehen.

Kings Park
Kings Park

Im Umland von Perth, besonders in den Perth Hills können wir in kurzer Entfernung ein halbes Dutzend National Parks und Nature Reserves besuchen, keiner weiter weg als 30km: Gossesberry NP, Helena NP, John Forrest NP, Kalamunda NP, Lesmurdie NP, Midgegoroo NP und die Lane Pool Reserve.

Caversham Wildlife Park
Caversham Wildlife Park

Im weiteren Umfeld (bis 50km) sind noch eine große Anzahl weiterer National Parks und Nature Reserves zu finden. Gemeinsam ist ihnen allen die wundervolle, oftmals ursprüngliche Natur mit zahlreichen Wanderwegen, hin und wieder rauschenden Wasserfällen bzw. Stromschnellen. Die meisten bieten einen Bergblick hinunter auf die Stadt Perth. Bereits von diesen Hügeln aus kann das immense Grün der Stadt ausgemacht werden.

In der Hügellandschaft befindet sich für Tierliebhaber auch der Caversham Wildlife Park, nicht weit entfernt vom Ort Midland. Einheimische Tierwelt, aber auch die von Gesamtaustralien kann hier bestaunt werden.

Caversham Wildlife Park
Caversham Wildlife Park

Dieser Wildlife Park (www.cavernshamwildlife.com.au)  stellt eine angenehme Abwechslung zu den „Grünansichten“ der pflanzlichen Natur dar.

Heliflug
Heliflug

Besser noch in seiner Unmittelbarkeit gelingt der Überblick aus der Hubschrauberperspektive. Dreißig Minuten Vogelperspektive bestätigen die Aussage der Einheimischen. Mit Ausnahme einer kleinen Wolkenkratzerinnenstadt überwiegt der Grünanblick den von Häusern. Die gesamte Küstenlinie vom nördlichen Hillarys Boat Harbour bis zum südlichen Fremantle, also rund 50km Küstenlinie, wird dominiert von goldgelbem Sandstrand mit angrenzendem Grüngürtel der Parks. Da bieten die Siedlungen fast schon optische Abwechslung.

Wieder sicher gelandet machen wir uns auf, per Auto einzelne dieser Parks einen näheren Besuch abzustatten. Eine Reihe von ihnen kann sicherlich auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln einigermaßen direkt erreicht werden, aber eben doch nicht alle.

Queens Garden
Queens Garden

Die schönsten Parks und Gärten werden zusätzlich ausgewiesen als „Hochzeitsgärten“, um wundervolle Erinnerungsfotos machen zu können. Dies sind insbesondere der Queens Garden, der Harold Boas Park und die Victoria Gardens. Idyllisch mit Seen, Teichen und Wasserspielen, einer Bepflanzung, deren Farbenpracht kaum zu übertreffen ist, bilden sie aber auch wirklich die passende Hochzeitsfotokulisse. Allerdings, die einzige, fotobereite Hochzeitsgesellschaft machen wir ausgerechnet am Strand bei Hillarys Boat Harbour ausfindig.DSCN9927

Bei unserer Rundfahrt bemerken wir schnell, wie die Parks und Grünflächen untereinander verbunden sind. Oftmals geht ein Park in den anderen über, nicht nur einmal. Dieses Phänomen gilt insbesondere für den Grünstrang Supreme Court Gardens – Langley Park – Ozone Reserve – Point Fraser. Aber eben nicht nur für diese übergangslose Grünfläche. Gleiches gilt z.B. auch noch für den David Carr Memorial Park, der direkt verbunden ist mit dem John Oldham Park und sich  dann am Swan River Ufer entlang zieht.

Am Swan River
Am Swan River

Mit seinen Uferwegen kann Perth ein weiteres Mal trumpfen. In erster Linie trifft dieser Umstand zu für die Promenaden am Swan River und an seinem Nebenfluss, dem Canning River. Ein Eldorado für Wanderer und Fahrradfahrer. Wer möchte kann problemlos 200km auf Fahrradwegen an den Ufern abradeln, ohne die Stadtgrenzen verlassen zu müssen. Diese Möglichkeit wird auch intensiv genutzt, von Radlern und Joggern gleichermaßen.

Harold Boas Garden
Harold Boas Garden

Was bieten die Parks noch, außer dem unendlichen Grün? Viele Trimm-Dich-Pfade machen wir aus. Noch mehr pompöse Kinderspielplätze. Tennisfreunde können kostenlos die außerordentlich gepflegten Tennisplätze nutzen. Für den Nationalsport Football steht fast in jedem größeren Park eine Spielfläche zur Verfügung. Um dann anschließend nach viel Bewegung Hunger und Durst zu stillen, hat die Stadt fast überall Picknickmöglichkeiten mit Gasgrills installiert. Dabei handelt es sich in der Regel um feste, überdachte Einrichtungen zur freien Benutzung. Erstaunlich diszipliniert und verantwortungsbewusst gehen die Nutzer wohl mit diesen Einrichtungen um. Von Beschädigungen, Vandalismus oder Vermüllung war nichts zu entdecken. Alles macht einen sehr gepflegten Eindruck. Liegt es vielleicht am durchgängigen Rauch- und Alkoholverbot auf allen Grünflächen? Man merkt, die Stadt tut viel für das Wohlbefinden ihrer Einwohner. Sie scheinen es zu danken.

Victoria Garden italienisches Flair
Victoria Garden italienisches Flair

Wenn von Perth und Parks die Rede ist, denken viele Besucher natürlich zunächst an den bekanntesten aller Parks, den weltberühmten Kings Park. In der gängigen Touristenwerbung als „Parkjuwel“ tituliert, als einer der größten innerstädtischen Parks der Welt gekennzeichnet, wandeln in ihm – offiziell – sechs Millionen Besucher pro Jahr. Gut bevölkert ist er in der Tat, besonders an seinen markanten Plätzen. Dazu zählen wir insbesondere die Aussichtsterrassen hinunter auf den Swan River und auf die Stadt und sein State War Memorial. Gemeinsam mit dem integrierten Botanischen Garten bietet er vielfältige Möglichkeiten. Wir wandern z.B. auf dem „Tree Top Boardwalk“, also in Baumwipfelhöhe, auch „Kings Park Federation Walkway“ genannt. Jetzt im Frühling erstrahlt der Park in der Farbenpracht der Wildblumen. Ihnen ist ein eigenes Festival gewidmet, welches den gesamten Monat September dauert.

Kings Park
Kings Park

Die Kunst kommt in vielen Gärten und Parks ebenfalls nicht zu kurz. Allen voran ist natürlich das Aboriginal Art Center im Kings Park zu nennen. Doch auch in den kleineren und größeren anderen Parks und Gärten erfreut manch illustre Skulptur das Auge des Betrachters.

Uns ist bewusst, dass unsere dreitägige Parktour natürlich noch viele Lücken aufweist. Das ist bei 16 größeren innerstädtischen Parkanlagen sowie quasi unzähligen kleineren auch nicht anders zu erwarten. „Seit 20 Jahren wohne ich jetzt in dieser herrlichen Stadt“, erklärt uns ein Gesprächspartner. „Vielleicht kenne ich jetzt gut die Hälfte dieser wundervollen Einrichtungen, sicherlich aber nicht viel mehr“. Nun, dann wird ihn im nächsten Jahrzehnt zu heftige Langweile wohl nicht quälen.

Heliflug
Heliflug

Wir wollen und können nicht so lange in Perth bleiben, um das Ergebnis abzuwarten. Vor uns liegt noch viel Spannendes zu entdecken. Also machen wir uns auf zu einer letzten umfangreicheren Rundfahrt, zunächst ins östliche Kalgoorlie-Boulder mit seiner Goldgeschichte. Anschließend geht es dann strikt gen Süden in Australiens Südwestecke „The Bottom“.

K&K 77 – Steinhart oder Schmunzelweich

Östlich von Perth, mehrere hundert Kilometer ins Land hinein, erstreckt sich Westaustraliens Wheatbelt / Getreidegürtel.

Wheatbelt Way
Wheatbelt Way

Der Wheatbelt Way führt aber nicht nur durch fast horizontlose Raps-, Lupinen- und Getreidefelder. Er überschneidet sich häufig mit dem Granite Loop Trail und dem Wave Rock Trail. Dadurch erhält diese 1.000km lange Inlandschleife oftmals einen gänzlich anderen Touch als ausschließlich Landwirtschaft. Die Streckenabschnitte sind auch kaum voneinander zu trennen, denn die riesigen, einsamen Granitrücken ragen mitten aus den Feldern heraus. Dieses Gemisch ergibt ein eigenartiges Bild aus gelbem, blühendem Rapsfeld und grauem, steinhartem, vielfach vermoostem Granitblock. Jedes der kleinen Landstädtchen wartet mit einem solchen Naturwunder auf. Meistens sind die Monolithen in Nature Reserves eingebettet, mitunter auch 20km bis 30km vom eigentlichen Ort entfernt. Aber es lohnt sich, sie zu besuchen und teilweise sogar zu erklimmen. Im nördlichen Loop bleiben die Felsen noch relativ flach, ragen manchmal nur wenige Meter über den Erdboden heraus. Je südöstlicher wir kommen, umso spektakulärer präsentieren sie sich.

Getreidesepeicher
Getreidesepeicher

Die kleinen Orte am Wegesrand versuchen gleichfalls, mit irgendeiner Besonderheit aufzuwarten. In Toodyay und Goomaling (nördöstlich von Perth) muss man da sicherlich zwei Mal hinschauen, um das Besondere zu entdecken. Dowerin lädt dann schon ein in seine pittoreske, von Wildblumen übersäte Namelchatchem Nature Reserve (10km östlich). Im nördlicheren Wogan Hills locken der Mt O’Brien Lookout bzw. der Christmas Rock Walk. Weiter geht es ins Dorf Koorda, in dessen Zentrum eines der großen Getreidesilos / Grain Bin die Szenerie beherrscht. Von weitem ähneln diese Kolosse gigantischen, weiß blendenden Ozeanriesen. Wer außer einem Interesse an Naturschauspielen noch wissen möchte, wie sich die ärztliche Versorgung im 19. Jahrhundert in dieser einsamen Gegend gestaltete, in Koorda gibt das Hospital Museum Aufschluss darüber. Und weiter geht es ins noch nördlichere, winzige Beacon mit seinem Beacon Rock, fast schon kein Ort mehr, sondern eher nur noch eine Siedlung. Wer zu den Mollerin Rocks und dem Bonnie Rock möchte, kommt automatisch daran vorbei.

Granite Outcrop
Granite Outcrop

Damit erreichen wir den nördlichsten Abschnitt unserer Wheatbelt / Granite Trail Tour. Via dem südlicheren Nungarin mit seinem riesigen Talgomine Granitfelsen gelangen wir schließlich zum unbedingt sehenswerten Baladjie Rock, 30km nördlich des Dorfes Westonia. Der nur unweit entfernt sich erhebende Elachbutting Rock wird auch „Little Wave Rock“ genannt. Hier kann man sich also bereits Appetit auf das spätere Naturspektakel holen.

Ein wenig Atem holen bei all diesen wunderbaren Naturschauspielen können wir in der Kleinstadt Merredin. Es bietet sich an, für dieses schmucke Städtchen etwas mehr Zeit einzuplanen. Die historische Innenstadt rund um die Barrack Street mit den angrenzenden Parks, dem Merredin Museum, der ehemaligen Nationalbank und einer Reihe anderer Architekturbeispiele aus der Pioneerera erlaufen wir uns auf dem Heritage Walk. Dann geht es hinauf auf dem Merredin Peak. Diesen stadteigenen Granitmonolithen (189m hoch) erklimmen wir über den Rock Walk, welcher uns nicht nur auf den Felsen, sondern auch durch das umliegende Buschland führt.

Felsbewuchs
Felsbewuchs

Für uns Wohnmobilisten haben Stadt und Wanderweg noch einen zusätzlichen Vorteil. Der Merredin Peak Trail beginnt und endet an einem gut ausgeschilderten Parkplatz, auf dem auf „Overnight Parking“ erlaubt ist. So ein Angebot lassen wir uns selbstredend nicht entgehen. Solche extra ausgewiesenen 24-/48-/72-Stunden-Parkplätze finden wir glücklicherweise häufig in den kleinen Landgemeinden. Offensichtlich weiß man, was der Durchreisende benötigt und eventuell auch einbringt durch einen Besuch im ortseigenen Café, Supermarket oder General Store bzw.an der Tankstelle.

Nach Merredin nähern wir uns unaufhaltsam dem südlicher gelegenen Star der steinharten Felsformationen, dem weltberühmten Wave Rock beim Ort Hyden. Vorher werfen wir noch einem Blick ins Dorf Bruce Rock mit seinem Kokerbin Rock (40km nordwestlich). Mit 122m Höhe und 9ha Fläche gilt er als die drittgrößte monolithische Felsformation Australiens.

Gnamma Hole
Gnamma Hole

Bei allen steinharten Granitfelsformationen vergessen wir nicht, dass wir uns auch gleichzeitig weiterhin in Westaustraliens Kornkammer befinden.  Da kommt uns dann das „Grain Discovery Center“ im Straßenkreuzungsdorf Narembeen gerade recht. Unter dem Motto „From our paddock to your plate / Vom Feld auf den Teller“ zeigt das gemeindeeigene Museum Entwicklung, Stellenwert und Alltagsleben der hiesigen Farmbetriebe. Klein aber fein kommt es daher, dieses Museum.

Von dort aus sind es nur noch 60 östliche Kilometer bis zur Hauptattraktion des Granite Loops / Wave Rock Trails. Der 400-Seelen-Ort Hyden gilt als Einfallstor. Er muss die jährlich rund 140.000 Besucher verkraften.

Wave Rock
Wave Rock

In 15m Höhe und 110m Länge scheint sich die Welle aus steinhartem Granit über dem Besucher zu brechen. Der Eindruck einer sich überschlagenden Welle wird verstärkt durch die verschiedenartigen Längsmaserungen im Stein. Auf dem Wave Rock Walk geben wir uns diesem Schauspiel hin. Dieser Walk bleibt nicht im Tal am Fuß des Felsens. Sondern er führt uns hinauf auf sein abgeflachtes, gut 60m hohes Plateau. Von hier aus genießen wir den Rundblick auf die umliegende Buschlandschaft mit ihren winterlichen Überschwemmungen. Diese Höhenlage gewährt uns aber auch bereits einen Blick auf eine weitere, kaum weniger spektakuläre Felsformation, Hippo‘s Yawn /  Gähnendes Nilpferd. Die Wanderwege sind miteinander verknüpft. Vom Wave Rock kommt man auf dem Hippo’s Yawn Loop bequem von einem Felsen zum anderen (rund 30 Minuten Fußweg). Per Auto geht es auch auf der parallel verlaufenden Straße.

Beim Hippo’s Yawn handelt es sich um eine frei zugängliche Felsenhöhle. Der Eingang gleicht einem zum Gähnen aufgerissenen Maul eines Nilpferdes.

Hippo's Yawn
Hippo’s Yawn

Wer noch tiefer eindringen möchte in diese felsgeprägte Landschaft, sollte das Auto oder ein Fahrrad nehmen. Denn der nächste Anziehungspunkt liegt jetzt 18km nördlich. „The Humps“ und die „Mulka’s Cave“ erreichen wir auf gut geteerter Straße. Erst die letzten beiden Kilometer werden sandig und schlaglöcherig. Dann überragt auch hier wieder ein gigantischer Granitmonolith das ihn umgebende Buschland. Der „Gnamma Trail führt hinauf zur runden Spitze vorbei an verschiedenen „Gnammas“. Darunter versteht man Rock Pools zur früheren Trinkwasserversorgung.

Für die Aborigines vom Stamm der Noongars haben Fels und Höhle eine besondere Bedeutung. Nicht zuletzt zeigt sie sich daran, dass in der Höhle rund 350 Höhlenzeichnungen, davon viele Handabdrücke, entdeckt wurden. Wie bei „Hippo’s Yawn“ hat auch die Natur dem Höhleneingang von „Mulka’s Cave“ die Form eines aufgerissenes Maules verliehen. Wäre es weiter aufgerissen, müssten wir uns beim Betreten der Höhle nicht so bücken.

Die „harte Tour“ ist damit zwar noch nicht vollständig beendet. Doch wir wollen uns nunmehr den schmunzelweichen Begebenheiten widmen. Die beginnen bereits im Dorf Hyden mit den „Barrel Sculptures“, blecherne wie auch eine leibhaftige. Nicht unbedingt farbenfroh (Ausnahme: die leibhaftige Skulptur), sondern eher rostig verleiten die Motive doch schnell einmal zum Schmunzeln. Hyden stellt erst den Anfang dar. Die eigentliche Schmunzelmeile erleben wir später auf unserem Weg zurück nach Perth.

Tin Horse
Tin Horse

Zunächst richten wir die Kompassnadel aber noch einmal gen Süden aus, nach Lake Grace. Ort und dazugehöriger See tragen den gleichen Namen. Beim Begriff „See“ müssen wir uns in dieser Region, wie auch bereits in anderen mental allerdings gehörig umstellen. Wasser führt er nur in regenreichen Wintern. Sonst vertrocknet er zum Salzsee. Wenn gefüllt, reicht der Wasserspiegel kaum über Kniehöhe hinaus. Man darf also nicht zu viel erwarten bei der Auszeichnung „lake“. Für zahlreiche Flüsse, besonders im trockenen Binnenland, gilt Ähnliches.

Im Ort selbst folgen wir noch einmal den Spuren des hochverehrten John Flynn, des Vaters der Flying Doctors. Hier in Lake Grace steht ein von ihm erbautes Bush Hospital der Inner Mission, welches noch bis 1952 in Betrieb war. Heute öffnet es als Museum seine Pforten, liegt aber direkt neben dem eigentlichen Distriktkrankenhaus.

Nördlich aufwärts geht es nun über Kondinin mit dem Yeerakine Rock in Richtung des Ortes Kulin. Das Dorf selbst bleibt unscheinbar. Aber wer auf dem Weg dorthin nicht irgendwann einmal zum Schmunzeln gebracht wurde, müsste irgendwie schon fast als humorlos gelten. Der „Tin Horse Highway“ bringt eigentlich jeden zum Schmunzeln. Auf 14km schmücken blecherne, lustige Pferdefiguren den Wegesrand. Die Kunstgalerie gilt als kommunales Art Project. Wer sich berufen fühlt, (s)ein Kunstwerk hinzuzufügen, jedes Jahr im Oktober werden die neuesten Kreationen prämiert und natürlich auch aufgestellt. Wir können über geschätzte 60 Skulpturen teilweise herzhaft lachen. Diese Wegstrecke bietet sich an, nicht nur einmal abgefahren zu werden, denn so kann Schmunzeln verlängert werden.

Tin Horses
Tin Horses

Gilt der Wave Rock als Hauptattraktion vom Landschaftsbild her, so nennen wir die Kleinstadt York von der Architektur her ein Juwel. Sie wird in Beschreibungen zwar oft als „sleepy town / verschlafene Stadt“ bezeichnet. Wir erleben sie anders: aktiv, belebt, freundlich.

Beim Städtenamen York denken viele sicherlich zuerst an die englische Stadt. Damit liegen sie gar nicht so falsch. Das australische York ist eine Reminiszenz an die englische Schwester, quasi ein Stück verflossener Heimat der damaligen Emigranten. Wie im Mutterland betten auch in Down Under grüne, saftige Hügel die Stadt in ihrer Mitte ein, unten am Avon River. Ja, man wollte und will sich doch auf irgendeine Weise mit dem Herkunftsland verbunden fühlen. Das gelingt bestimmt, da man selbst auf den dichten morgendlichen Nebel nicht verzichten muss. Unsichtbar versteckt bleibt der Ort am frühen Morgen vom Mt Brown Lookout aus. Doch glücklicherweise lichtet sich der Dunst bald, so dass die Gründerzeitarchitektur der Innenstadt ihre vollständige Schönheit entfalten kann. Nicht umsonst untersteht fast die gesamte Innenstadt dem  australischen National Trust. Auf unserem Besichtigungsrundgang gewinnen wir eher den Eindruck eines Freilichtmuseums denn einer geschäftigen Innenstadt.

Ob die damaligen Kundschafter, die die Region auf der Suche nach Siedlungs- und Landwirtschaftsgebiet durchkämmt haben, gewusst haben, was sie dem durch Perth fließenden Swan River mit ihrer Namensgebung antun? Als sie in den 1830ger Jahren den „York-Fluss“ entdeckten, glaubten sie an ein eigenständiges Gewässer. Somit tauften sie es heimatlich Avon River. Erst später ´wurde bemerkt, dass es sich eigentlich um den Oberlauf des Swan River handelt. Diese Erkenntnis hinderte und hindert jedoch nicht daran, den Fluss auch heute Avon River zu nennen.

Geschäftig emsig geht es auch zu am Tag der „York Agricultural Show“. Man könnte es auch „landwirtschaftliches Stadtfest“ nennen, womit der Schwerpunkt gesetzt ist. Auf den Showgrounds präsentieren sich Agrarbetriebe, bieten Farmer ihre Produkte an, lassen Bistrostände ihren verlockenden Duft durch die Arena wabern. Die örtlichen Vereine und Schulen tragen ebenso zum Gelingen bei wie Feuerwehr oder Rotes Kreuz. Im Vorwege gab es offensichtlich viele Wettbewerbe. Denn in der großen Ausstellungshalle sind neben den Exponaten aus Malerei, Fotografie, Ergebnisse aus schulischen Bastelstunden oder den Arrangements von Obst- und Gemüsekörben jeweils die Preisträger ausgeschildert. Auf der Eventbühne zeigt die örtliche Jazz Dance School ihr Können, verschiedene Chöre und Instrumentalgruppen gleichfalls. Da wurde schon etwas Erlebenswertes auf die Beine gestellt, in „sleepy town“! Rundherum ein wohlgestaltetes, gelungenes Gemeindefest. Der große Besucherandrang lohnte es den Organisatoren.

York City
York City

Bis zur Rückkehr zu unserem Ausgangspunkt Perth verbleiben jetzt nur noch rund 100km. Einen letzten Blick riskieren wir in das Landstädtchen Northam, rund 40km nordöstlich von York. Es liegt ebenfalls noch am Avon River und noch nicht wieder am Swan River. Doch es trägt bereits den Beinamen „Swan City“ wegen der zahlreichen Schwanenkolonien, die hier gehegt und gepflegt werden.

Sieben Tage Rundtour durch den „Wheatbelt Loop“ und über den „Granite Loop Trail“. Sieben Tage des Erlebens eines authentischen Australiens, weit weg von einem touristisch gefärbten. Sieben Tage eindrucksvoller Impressionsgewinn auf unserer Australienrundtour.

K&K 76 – Lovely Spot on Earth – Perth!

oder: Perth – eine Stadt zum Dahinschmelzen

Vom Norden her über den Indian Ocean Drive nähern wir uns Westaustraliens einziger Metropole an.

Perth City
Perth City

Dieser Bundesstaat bedeckt flächenmäßig knapp ein Drittel von Australiens Kontinent bei nur 2,4 Millionen Einwohnern. Hiervon leben in Perth und seinem Großraum rund1,9 Millionen. Da bleibt viel Platz für die restlichen 500.000 Westaustralier, sich auf der übrigen Fläche anzusiedeln. Der schon früher benutzte Begriff der „durchlöcherten Einsamkeit“ trifft haargenau des Pudels Kern.

Historisch und Modern
Historisch und Modern

Wie geographisch isoliert Perth als Landeshauptstadt liegt, zeigt sich daran, dass keine der anderen australischen Metropolen in weniger als 2.500km Entfernung erreicht werden kann, weder Adelaide (SA) noch Melbourne (VIC), ganz zu schweigen von Darwin (NT), Brisbane (QLD) oder gar Sydney (NSW). Singapur liegt näher an Perth als die landeseigenen Städte.

Wir verleihen dieser Metropole den Beinamen „Perth – eine Stadt zum Dahinschmelzen“. Dabei denken wir nicht an die heißen sommerlichen Temperaturen. Jetzt im letzten Wintermonat August bleibt die Wärme in angenehmen Bereichen. Manchmal wünschten wir uns sogar einen Sonnenstrahl und ein paar Grade mehr.

Zum Dahinschmelzen verleitet allerdings die 22km lange Sunset Tourist Route. Sie beginnt im nördlichen Hillarys Boat Harbour und führt bis in die Innenstadt von Perth. Kein hässliches Hochhaus versperrt den Blick aufs Meer oder den Strandzugang. 22km sichtfreie Promenade für Autos, Fahrräder und Fußgänger. Da mag sich dann jeder die Sonnenuntergänge selbst ausmalen.

The Big Bell
The Big Bell

Für uns Freedom Camper hat dieser Streckenabschnitt zusätzlich etwas Paradiesisches. Auf den großräumigen Parkplätzen nördlich von Hillarys Harbour finden wir keine Verbotsschilder bezüglich „Overnight Camping“. Je dichter wir uns allerdings der Stadt nähern, bleibt free camping untersagt. Hier etwas außerhalb jedoch werden wir obendrein noch beschenkt mit malerisch begrünten Picknickarealen und Trinkwasserzapfsäulen. Solche Örtlichkeiten bieten sich für uns als ideale Ausgangspunkte für die Stadtbesichtigung an.

Die nächste Bushaltestelle finden wir nicht weit entfernt, direkt am Hillary Boat Harbour. Schnell merken wir, dass Perth viel für seine Einwohner und Besucher tut. Die Bus- und Bahnpreise bleiben sehr moderat. Ist man erst einmal in der Innenstadt (CBD) angekommen, fährt man völlig für umsonst. Auf vier verschiedenen Linien (blau, gelb, grün, rot) der CAT-Busse (Central Area Transit) braucht kein Fahrgeld entrichtet zu werden. Mit ihnen gelangen wir zu allen wichtigen Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten im Innenstadtbereich.

Geschlossene Verbindungen beim Big Bell
Geschlossene Verbindungen beim Big Bell

Warm ums Herz wurde uns bei folgender Begegnung. Die innerstädtische Touristeninformation fahren wir zum allerersten Mal noch mit unserem Wohnmobil an. Wir wollen nicht über Parkplatznöte reden. Einer bleibt im Auto, so wird das Parkverbot ausgehebelt. Wir hebeln direkt vor einer City-Weinhandlung. Der Motor ist knapp ausgestellt, kommt ein Mann italienischen Aussehens auf uns zu und überreicht uns eine Flasche australischen Rotweins. „For my German friends – Welcome to Western Australia!“ meint er kurz und knapp und verschwindet so schnell wie er aufgetaucht ist. Wir können uns noch nicht einmal richtig bedanken oder erfragen, wer der edle Spender sei. Woher er weiß, dass wir aus Deutschland kommen? Ist nicht schwer zu erraten, wenn man mit einem deutschen Wohnmobil auf australischen Straßen aufkreuzt. Damit fallen wir hier auf wie ein bunter Hund.

St. Mary's Cathedral
St. Mary’s Cathedral

Wirklich einschmelzen wollte man sie seinerzeit nicht, die Glocken der Londoner Kirche St Martin- in- the- Fields. Rund 600 Jahre lang hatten sie historische Ereignisse wohlklingend untermalt, wie den Sieg über die spanische Armada 1558, Captain Cooks Heimkehr 1771 oder Englands Siege während des WW II, um nur einige Beispiele zu nennen. Es half alles nichts. Mitte der 1980ger Jahre musste das Geläut generalüberholt werden. Außerdem faulte das Glockengebälk der Kirche vor sich hin. Konsequenterweise erwog man dann schweren Herzens doch, die Glocken einzuschmelzen. Perth ergriff die Gelegenheit beim Schopf und meldete sich als Interessent für die maroden Glocken. Der Deal gelang. Am Elizabeth Quay erbaute man einen extra sechsstöckigen Glasturm für das Glockenspiel. Mittlerweile hat sich diese Sehenswürdigkeit unter dem Namen „The Big Bell“ (www.thebelltower.com.au) zu einem großen Anziehungspunkt für Einheimische und Besucher gemausert. Geworben wird mit dem Begriff des „größten Musikinstruments der Welt“, denn es geht ja nicht nur um eine einzige Glocke sondern um ein umfangreiches Glockenspiel mit 16 Instrumenten. Auf einer geführten Tour durch den Glasglockenturm können wir auch eine Urkunde zum „zertifizierten Glöckner“ erwerben. Das Management verkündet sicherlich nicht ohne einen Hauch von Schadenfreude: „They have Big Ben. We have Big Bells“.

St. Mary's Cathedral
St. Mary’s Cathedral

Glockenklang ruft uns zu einem weiteren Turm, zu dem von St. Mary’s Cathedral. Die heutige, moderne Innenstadtkirche, gleichzeitig auch Westaustraliens größtes Gotteshaus, wurde auf den Grundmauern der 1865 ursprünglich errichteten Kathedrale gebaut. Besser gesagt, der moderne Kirchenraum wurde an die originäre Frontmauer mit Eingangstor angesetzt. Der helle und sonnendurchflutete Innenraum bildet einen malerischen Kontrast zum schummerigen Altarraum. Die ehemaligen Kirchenfenster sind ebenso integriert worden wie die ursprüngliche Kanzel. Somit ist aus unserer Sicht eine wohl gestaltete Verknüpfung von historisch und modern gelungen.

Im AQWA-Tunnel
Im AQWA-Tunnel

Von der Höhe in die Tiefe, nicht in die einer Höhle, sondern in die unterirdischen Gänge eines Aquariums. Westaustraliens größte Unterwasserwelt, das AQWA (www.aqwa.com.au) lädt ein zu einer Unterwasserreise durch Korallenriffe, die Fischwelt des Southern Ocean an der Südküste, entlang der Perth direkt vorgelagerten Küstenlinie, aber auch durch die tropische Meereswelt des hohen Nordens. Neben zahllosen korallenbunten Aquarien ziehen die Haifischbecken doch stets den Hauptbesucherstrom an. Auf einem Laufband gleiten wir ganz langsam durch den langen, gläsernen Haifischtunnel. Riesenschildkröten und gigantische Rochen bevölkern gleichfalls dieses immense Wasserbecken. Finden kann man das sehr sehenswerte Aquarium in Hillarys Boat Harbour, 20km nördlich von Perth City (gut und schnell zu erreichen mit Bahn und Bus).

Wem die Loops der kostenfreien CAT-Busse zu gering erscheinen, dem empfehlen wir den „Perth Explorer“ (www.perthexplorer.com.au). Dieser rote Doppeldeckerbus bringt uns in seiner zwei Stunden dauernden Rundtour auch an weiter entfernt liegende Sehenswürdigkeiten. Das bewährte Hop-on-Hop-off-Verfahren mit seinen 11 Stationen kann je nach Ticket 24Stunden oder 48Stunden lang genossen werden. Mit dem Bus hat man sich Perth dann aber wirklich erschlossen, auch die Gebiete jenseits des Swan Rivers und den weltberühmten Kings Park.

Perth Explorer
Perth Explorer

Mit diesem Vehikel erreichen wir schließlich auch einen vorerst letzten Besichtigungspunkt in der „Stadt zum Danhinschmelzen“. Denn in dieser Einrichtung wird in der Tat real geschmolzen. Wir besuchen die Perth Mint/Münze (www.perthmint.com.au). Nur mit den stündlich geführten Touren darf die „Welt des Goldes“ betreten werden. Zu bestaunen gibt es echte Gold Nuggets, inklusive des 25,5kg schweren Newmont Normandy Nugget. Die größte Münze der Welt wird gleichfalls ausgestellt. Sie besteht aus einer Tonne puren Goldes mit dem Konterfei von Queen Elizabeth II auf der Vorderseite. Die Rückseite schmückt Australiens Nationalsymbol, das Känguru. Sie gilt als unverkäuflich, weist aber einen Preis von 50Mill AUD / 33Mill€ aus.

The Mint
The Mint

Wer wissen möchte, wie sehr er wertgeschätzt wird, stelle sich auf die Goldwaage. Sein Körpergewicht wird in den aktuellen Goldtagespreis umgerechnet. Von dieser Waage kann man nur stolz wieder herunter steigen, wenn man erfährt, dass man immerhin 4.758.401,02AUD / ca. 3,2Mill.€ wert ist. Und dabei sind die inneren Werte noch nicht einmal mit einkalkuliert. Am Ende des Rundgangs geht es in die wahrhaftige Schmelze. Vor unseren Augen wird Gold eingeschmolzen, anschließend zu einem Goldbarren geformt und abgekühlt. Mit 50.000 AUD ist man dabei. Gezahlt werden darf nicht in bar.

Geschildert haben wir hier erste Eindrücke einer wundervollen Stadt. Wir kehren später noch einmal nach Perth zurück für einen weiteren Impressionsschub. Unser nächster Routenabschnitt führt uns nunmehr jedoch in die Region des östlichen Wheatbelts/Getreidegürtels mit seinen großen und kleinen Attraktionen.

K&K 75 – Go Rotto and Freo

Außenstehenden sagen diese zwei Kosenamen sicherlich erst einmal nicht allzu viel. Doch die Einwohner von Westaustraliens Hauptstadt Perth geraten ins Schwärmen bei diesen beiden Begriffen.

Rottnest Island
Rottnest Island

Go Rotto and Grab a Bike – lautet ein geflügeltes Wort. Das bedeutet, dass man nach Rottnest Island übersetzt und die autofreie Insel auf einem der Tausenden der dort umherfahrenden Fahrräder erkundet.

Wir probieren es aus. Per Katamaran lassen wir uns übersetzten  von einem nördlichen Vorort von Perth aus, von Hillarys Boat Harbour. Knapp 45 Minuten dauert die Überfahrt mit einem Schiff von Rottnest Fast Ferries (www.rottnestfastferries.com.au ), eine Fährgesellschaft, über die auch gleichzeitig der entsprechende Drahtesel mitgebucht werden kann. Das Ganze läuft absolut komplikationslos und preisgünstig ab. Außerdem gibt es auch noch Abfahrten von Perth selbst bzw. vom südlicheren Fremantle. Doch der große Vorteil von Hillarys Harbour ist der großzügige und vor allen Dingen kostenfreie Parkraum. Das finden wir in Perth nicht.

Inselblick auf Perth
Inselblick auf Perth

Und dann stehen wir auf der Ferieninsel mit ihren 14km Länge und nur 4,5km Breite. Hügelig und voller Dünen kommt sie einher. Jetzt im Winter (August) hält sich der Fahrradverkehr glücklicherweise in Grenzen. Doch wer einmal in den inseleigenen Fahrradverleih blickt, kann sich das sommerliche Pedalogedränge gut vorstellen, wenn auch  nur die Hälfte aller dieser Zweiräder vermietet sein sollte.

Die relative Leere seiner Insel freut besonders unseren Busfahrer Edvard, der uns nach unserer fahrradlichen Kostprobe in seinem Kleinbus um die Insel schaukelt und uns die Hauptattraktionen zeigt. Diese Inseltour kann bei Adams Coachlines gebucht werden (http://www.ADAMSpinnacletours.com.au). Dreieinhalb Stunden dauert sie, erstaunlich lange für solch ein kleines Eiland. Aber die Tourlänge zeigt, wie attraktiv die Insel ist.

Rottnest Island Seenplatte
Rottnest Island Seenplatte

Gestartet wird in der Hauptsiedlung Thomson Bay. Zwanzig solcher Bays sind um die Insel herum zu finden, eine schöner als die andere. Und als ob das noch nicht genügen würde, an diesen Bays kann sich der Besucher an 63 Beaches tummeln. Die 100 Einwohner bleiben niemals unter sich, denn im mediterranen Klima herrscht immer Touristensaison.

Wie an einem Zirkel umkreisen wir auf unserer Rundfahrt den Inselleuchtturm, das Wadjemup Lighthouse. Er trägt den urspünglichen Aboriginal Namen, der so viel bedeutet wie „land across the water“. Seine Aussichtplattform kann bestiegen werden für einen Inselüberblick. Der amtierende Leuchtturmwärter öffnet hierfür gern die Turmtüren.

Seelöwen Spa
Seelöwen Spa

Natürlich tragen die vorgelagerten Felsformationen malerische Namen wie Cathedral Rocks oder Green Island. Umspült wird die Insel durchgängig mit kristallklarem Wasser, so dass diverse Korallenriffe vom Ufer aus erspäht werden können. Für Taucher und Schnorchler sind sie ein Paradies, für die auf der Insel beheimatete Raubvogelwelt ein Futtertopf. Besonders die Seeadler sind hier zu nennen. Neun Paare haben an den Ufern ihre Nester gebaut. Viele andere Vogelarten wie Pelikane oder Kormorane ergänzen das ornithologische Bild.

Im Norden der Insel hingegen tummeln sich mehrere Seelöwenkolonien. In der warmen Wintersonne auf dem Rücken schwimmend, die Flossen meisten gen Himmel gestreckt, fühlen sie sie offensichtlich wo wohl wie in einem Spa. Das Klicken der Fotoapparate und Ausrufe des Entzückens der Zuschauer lassen sie kalt.

Als tierische Hauptattraktion hoppeln und hüpfen allerdings die Quokkas durch das Dünengras. Rund 12.000 soll es auf der Insel – und nur dort – geben. Nachdem sie nunmehr keine natürlichen Feinde mehr haben, der letzte Inselfuchs hat vor einigen Jahren das Zeitliche gesegnet, vermehren sie sich rasant. So schreitet eine Entwicklung fort von „bedrohter Art“ hin zur „Plage“, denn gefräßig sind, die Minikängurus.

Quokka
Quokka

Von ihnen stammt auch der Inselname, wenn auch in fälschlicher Assoziation. Als sie von den europäischen Entdeckern zum ersten Mal gesichtet wurden, glaubten jene an riesengroße Ratten. Denn sie sind in der Tat nicht viel größer. Besonders aus der Ferne erblickt, kann es da leicht zu Ähnlichkeiten kommen. Demnach hieß die Insel früher denn auch wenig touristenfreundlich „rat’s nest“. Nun, das hat sich gewandelt. Die „Ratten“ wurden bei späterer, näherer Betrachtung als jene Kängurus identifiziert.

So klein die Insel auch sein mag, wir finden immerhin zwölf malerische Seen auf ihr. Sie entstammen aus einer Periode, als der Meeresspiegel nach der letzten Eiszeit um mehrere Meter absank. Außer Regen werden diese Seen durch kein weiteres Süßwasser gespeist, so dass sie heute den sechsfachen Salzgehalt des Indischen Ozeans haben sollen.

Auf dem höchsten Hügel der Insel, dem Oliver Hill gibt es eine historische Sehenswürdigkeit zu erkunden, die Oliver Hill Guns. Diese Bunkeranlage mit seinen riesigen Kanonen diente in WW II als Schutz- und Verteidigungswall von Perth und dem kriegswichtigen Hafen von Fremantle. Denn natürlich hatten die Japaner im Pazifikkrieg auch ein Auge auf diese strategisch wichtige Region geworfen. Heute erlaubt die sogenannte „Tunnel Tour“ einen schaurigen Einblick in die seinerzeitige viel schaurigere Realität.

Inselbahn
Inselbahn

Als wir aus der Bunkeranlage wieder ans Tageslicht gelangt sind, hat sich unser Tour Bus bereits auf und davon gemacht. Dafür kommt die Inseleisenbahn den 60m hohen Dünenberg hinauf geschnauft. In einer rasanten Schussfahrt bei durchschnittlichen 10km/h rumpelt der Triebwagen wieder der Hauptsiedlung Thomson Bay entgegen.

Am späten Nachmittag schweben wir mit dem komfortablen Katamaran die 19km zurück aufs Festland. Kurz vor Sonnenuntergang endet dieser fantastische und sehr empfehlenswerte Ausflugstag.

Swan River Cruise
Swan River Cruise

Go Freo and Take the Tram – steht für eine zweite, sehr beliebte Aktivität in Perth. Wir fahren in die 20km südlich gelegene Hafenstadt Fremantle (Freo). Zur Genusssteigerung nehmen wir weder unser eigenes Wohnmobil noch Bus oder Bahn, sondern steigen in Perth am Elizabeth Quay auf die Fähre. Auf dem idyllischen Swan River bringt uns die Captain Cook Cruise (www.captaincookcruises.com.au) in knapp 90 Minuten bis in Westaustraliens größten Ozeanhafen. Bei dem sonnigen, fast schon frühlingshaften Wetter ist es eine reine Freude  auf dem Vorder- oder Achterschiff das mit Villen bestückte Flussufer inklusive diverser Steilküstenufer vorbeigleiten zu sehen und dabei den von der Reederei spendierten Kaffee oder Tee zu genießen. Bevor wir in Fremantle direkt neben dem Kreuzfahrertermin anlegen, gibt es noch eine Rundfahrt durch den Containerschiffhafen. Sie wirken schon gigantisch, diese Ozeanriesen mit ihren 5.600 Containern Beladung.

Fremantle Port City
Fremantle Port City

Schließlich klettern wir wieder Land, wo bereits eine historische Tram auf uns wartet. Eigentlich ist es ja ein per Gas betriebener Bus mit Straßenbahnaufbau. Doch die Innenausstattung soll der des beginnenden 20. Jahrhunderts, also zu Zeiten des gold rush entsprechen, erklärt uns unser Fahrer und Fremdenführer. Diese Bahn darf im Hop-on-Hop-off-System benutzt werden, das bedeutet ein Ticket für den ganzen Tag mit mehreren Aus-und Zusteigemöglichkeiten. Hiervon machen wir ausführlich Gebrauch.

Fremantle
Fremantle

Den besten Rundumausblick über Stadt, Hafen und Indischem Ozean erhalten wir auf dem Hügel des ANZAC Memorials. Im Fishing Boat Harbour soll es den besten „Fish&Chips“ geben. Die innerstädtischen Arkadengeschäfte und Innenhöfe haben teilweise Puppenstubencharakter. Auf dem legendären Cappuccino Strip summt und brummt es an Publikum. Die gesamte Innenstadt samt Fußgängerzonen zentriert sich um den King’s Park mit seiner wunderschönen St. Patrick’s Kirche.

Fremantle City
Fremantle City

Mit den Fremantle Tram Tours (www.frematletrams.com) werden diese und viele weitere sehenswerte Orte in der Stadt angefahren. Die fünf zur Stadtbesichtigung zur Verfügung stehenden Stunden vergehen wie im Flug. Gegen 16Uhr geht es mit den Captain Cook Cruises bei Kaffee, Tee und Weinprobe wieder zurück nach Perth City. Auch diese Tour können wir  Perth-Besuchern guten Gewissens weiterempfehlen.

Ausklang zweier bresonderer Tage
Ausklang zweier bresonderer Tage

Sodann werden wir uns im Folgenden der eigentlichen Stadt Perth widmen.

 

von Gabriele und Wolf Leichsenring